Wie kommt man mit dem Fahrrad von Dülken nach Waldniel?
Da gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Man benutzt die guten vorhandenen Radwege und Wirtschaftswege.
2. Man baut sich einen Alleenradweg.
Wer mit dem Fahrrad von Dülken nach Waldniel fahren will, der kann dies auch heute schon auf gut ausgebauten Rad- und Wirtschaftswegen tun. Das ist natürlich nichts für einen eingefleischten Mountainbiker, der lächelt da nur müde drüber. Ungefähr so, wie die beiden Ratskollegen, die sich mit ihrem Mountainbike dekorativ für das Projekt Alleenradweg zu einem Pressefoto auf einem Radweg aufgebaut hatten. Wir haben uns nicht nur dekorativ mit dem Mountainbike da hingestellt, sondern wir haben bei FürVIE begeisterte Radfahrer, die sofort die Probe aufs Exempel gemacht haben und über die bereits vorhandenen Wege von Dülken nach Waldniel gefahren sind. Fazit: Prima! Alles vorhanden. Wozu ein neuer Radweg?
So eine gut ausgebaute Strecke würde man sich in vielen Städten und Gemeinden wünschen. Für eine neue Radverbindung gibt es überhaupt keinen Bedarf.
Einer Planung, um überhaupt mal zu sehen, was mit der Idee eines Alleenradweges von Dülken nach Waldniel angedacht war, hatte FürVIE damals noch zugestimmt, aber die ersten Planungen haben wir bereits für vollkommen überzogen gehalten. Was jetzt immer noch angedacht ist, obwohl ein riesiges Haushaltsdefizit vor uns liegt, hält FürVIE für vollkommen unverantwortlich.
1,16 Millionen Euro sind für das Projekt kalkuliert, einschließlich des Abrisses der Brücke über die Venloer-/Boisheimer Straße. Selbst wenn man die eventuell geförderten Aufwendungen abzieht, bleibt die Stadt Viersen immer noch auf einem Eigenanteil von 280.000 Euro sitzen. Wir diskutieren bei den Haushaltsberatungen über Miniposten von wenigen tausend Euro und bei dem Radwegprojekt wollen wir mal eben eine Viertelmillion – ohne Not – ausgeben. Die Bürger müssen uns für verrückt halten, wenn wir so etwas unterstützen. Aber damit nicht genug. Die Verwaltung beziffert nicht nur die Herstellungskosten, sondern setzt noch einen drauf. Für Pflege und Unterhaltung rechnet man jährlich mit 46.000 Euro! JÄHRLICH!!!
Da passt es gut, dass wir gerade im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Klima dem Sparvorschlag der Verwaltung gefolgt sind und bei Pflege von Sträuchern, Bäumen, Rasen und Reinigung eine Menge Geld einsparen wollen. Dann können wir das Gesparte ja gleich wieder ausgeben. Wer die Zahlen bei den vorgelegten Sparmaßnahmen kennt, dem fällt unwillkürlich wieder das Wildgehege ein. Wir wollen jetzt nicht wieder den Vergleich mit dem Wildgehege anstellen, aber interessant ist dieser Aspekt schon.
FürVIE teilt auch nicht die Argumente für den geplanten Abriss der Brücke über die Venloer-/Boisheimer Straße. Wir freuen uns über jedes Verkehrshindernis, dass dazu führt, dass der Verkehr vielleicht nicht weniger wird, aber zumindest langsamer. Bei FürVIE würde man es begrüßen, wenn vor allem auf diesen meist viel zu schnell befahrenen Straßen viel mehr Verkehrshindernisse aufgebaut würden, damit die Autofahrer gezwungen werden, langsam zu fahren. Denn freiwillig machen es viel zu wenige.


